Ambrosius-Haus Oelde

Wohnheim für Menschen mit Behinderungen

Menschen mit Behinderung im Ehrenamt

16. April 2015

 

Vierteilige Serie zum Thema:

  1. Rolf Wienstroer, Sven Dewald, Marita Wendlandt

Seit genau einem Jahr sind mehrere Erwachsene mit Behinderung in Oelde als Messdiener in der St.-Johannes-Kirche tätig. Kirchengemeinden sind in vielen Bereichen auf die ehrenamtliche Tätigkeit ihrer Gemeindemitglieder angewiesen. Hier entstand in Zusammenarbeit des Ambrosius-Hauses mit der Messdienergemeinschaft der Gemeinde unter anderem für Marita Wendland, Sven Dewald und Rolf Wienstroer die Möglichkeit, sich auch als Menschen mit Behinderung ehrenamtlich in der Kirchengemeinde zu betätigen. Seitdem verrichten sie dort einmal im Monat den liturgischen Dienst am Altar.

Die drei Ministranten leben im Ambrosius-Haus, einem Wohnheim für Menschen mit geistigen und körperlichen Behinderungen, in Trägerschaft des Caritasverbandes im Kreisdekanat Warendorf e.V. Dort erhalten sie die nötigen Hilfen im Alltag, derer sie aufgrund ihrer Behinderung bedürfen. Einer Arbeit gehen alle drei in der Zweigstelle Oelde der Freckenhorster Werkstätten nach. Zwei der drei Messdiener benötigen auch eine Begleitung zum Gottesdienst. Dann gibt es im Ambrosius-Haus immer ein Angebot für mehrere Bewohner zum Gottesdienstbesuch.

Gestartet sind wir, so berichtet Sven Dewald, hier im Ambrosius-Haus mit einem Spielenachmittag zum Kennenlernen. Das war schon sehr aufregend und hat viel Spaß gemacht. Kennengelernt haben die damaligen Neuministranten hier ihre Paten, junge Erwachsene aus der Messdienerleiterrunde. In dieser Runde wurden alle drei dann auf die Aufgabe als Messdiener vorbereitet. Die Gruppe besteht auch weiterhin zur Begleitung der Messdiener mit Behinderung.

An welchen Tagen sie den Dienst in der Messe verrichten müssen, erfahren die drei aus dem Messdienerblatt „Kasimir“, welches Rolf Wienstroer stolz vorweist und auf seinen nächsten Ministrantendienst hinweist. Befragt nach den Aufgaben der Messdiener zählt Dewald die Gabenbereitung, den Kerzen- oder den Buchdienst und das Klingeln bei der Wandlung auf, die er alle gerne verrichtet. Es gefällt ihm eigentlich immer gut, den Dienst zu verrichten. Nur einmal ist er bei der Gabenbereitung durcheinander gekommen, berichtet Dewald. Dies war aber dann gar nicht so schlimm, da ihm dann der Pfarrer ein Zeichen gegeben hat. Aber aufregend ist es für ihn schon vor der gesamten Kirchengemeinde vorne am Altar zu stehen.

Diese Aufregung und der Stolz eine Aufgabe im Gottesdienst zu verrichten ist für die drei sicherlich auch der Ansporn, den Ministrantendienst zu verrichten, den Dewald als eine wichtige Aufgabe beschreibt, da der Priester sonst alles alleine machen müsste und es mit Messdienern auch viel feierlicher ist.

Menschen mit Behinderung sind in vielen Bereichen ihres Lebens aufgrund ihrer körperlichen Einschränkungen auf Hilfen angewiesen. Mit unseren Berichten zum Thema „Ehrenamt von Menschen mit Behinderungen“ wollen wir aufzeigen, was diese Menschen leisten können und wie wichtig es auch für sie ist, sich wie in unseren Beispielen in einer Kirchengemeinde, dem Fußballverein oder für die Mitbewohner ihrer Wohneinrichtung einsetzen zu dürfen. Mit der Ausschreibung des Ehrenamtpreises möchten wir sie auffordern, in ihren Vereinen, Gruppen und Verbänden Menschen mit Behinderung eine Möglichkeit für ehrenamtliches Engagement zu geben und damit Ihren Beitrag, zum Gelingen des Ziels einer inklusiven Gesellschaft zu leisten.

Bei Interesse wenden Sie sich bitte an  Josef Hörnemann, Caritasverband Kreisdekanat Warendorf, 02581/9459-56 oder Lothar Berth, Haus St. Vitus Everswinkel, 02582/6685660.

Dort können auch weitere Informationen abgerufen werden.

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